Der Holzkünstler

Seine gesicherte Existenz als Beamter hat Toshen Ebersteiner für seine wahre Berufung aufgegeben: Der Holzkünstler aus Gutau findet seine Erfüllung darin, in Bäumen schlummernde Formen sichtbar zu machen.

 

"Bäume sind meine  Freunde" sagt Toshen, 1953 in Gutau als Franz Ebesteiner zur Welt gekommen. Reisen nach Indien und, wie er sagt, "nach innen", wiesen ihm den Lebenspfad und weckten seine Schaffenskraft und Kreativität. Aus Holz, das üblicherweise als Brennmaterial endet, formt Toshen mit Hilfe der Technik des Nass-Drechselns Schalen, Möbel und andere außergewöhnliche Design-Elemente. Dabei muss für seine Objekte kaum ein Baum sterben.

 

"Ich bin immer froh, wenn Holz nach seiner nutzbringenden Zeit nicht einfach in einem Hacker zerfetzt wird, sonder wenn jemand sich meiner erinnert und fragt, bo ich noch etwas daraus machen will", sagt der Gutauer, der vor seinem Sprung in die Selbständigkeit als freischaffender Künstler auch als Altenpfleger und als Tischler gearbeitet hat.

 

Dabei machen nicht nur Technik und Perfektion das Wesen seiner Schöpfungen aus. Toshen: "Wenn ich aus einem alten Apfelbaum eine Schale oder ein Möbel mache, dann schwingt das Leben des Baumes genauso mit wie meine verrichtete individuelle Arbeit."

 

Jedes Werkstück zeugt von der Einzigartigkeit des verwendeten Baumes. Einen Wesensverwandten hat Toshen Eberstein in Tischlermeister Jakob Kiesenhofer aus Prandegg (ebenfalls Gemeinde Gutau) gefunden.

 

"Oft stehen Jakob und ich gemeinsam unter einem markanten Baum und fantasieren vor uns hin, was man wohl daraus machen könnte", spricht der Holzkünstler von gegenseitiger Bereicherung. Am meisten faszinieren Toshen alte, heimische Obstbäume und deren Wurzelstöcke. Aus der Gegend, durch die Gegend, für die Gegend - so erlebt sich der Künstler, wenn er Holz zu Nutz- und Kunstgegenständen verarbeitet, die großteils auch Käufer aus der Region finden.